Audio
Hören und Dranbleiben: Hier geht es um Audioguides mit mehr Ideen und besseren Inhalten.

Als Überbegriff für ganz viele verschiedene Audioformen einfach “Audio” zu wählen, ist mehr als mutig. Denn der Begriff greift viel zu weit – und gleichzeitig zu kurz. Bei mir geht es ausschließlich um gesprochene Formate: um Audioguides, Hörwanderwege und Audioporträts. Ein bisschen können wir auch über Podcasts reden.
Ich bin gelernte Hörfunkjournalistin mit Sprechausbildung und habe jahrelang sämtliche Formate im Radio bedient. Dazu gehören Livesendungen und Nachrichten, Übertragungen aus dem Ü-Wagen und vorgefertigte Audiobeiträge. Man könnte mich nachts wecken, und ich könnte immer noch live gehen.
Da ich nachts allerdings ungern geweckt werde, denke ich mir heute lieber Audios für andere Orte und Medien aus. Hörstationen auf touristischen Wanderwegen sind dabei oder Interviews für Berufsmagazine. Kleine Hörfeature für einen Audioguide oder Geschichten für besondere Ausflugsziele.
Diese Audioformate entwickle ich zusammen mit meinen Auftraggebenden. Dabei geht es nicht darum, einen geschriebenen Text 1:1 zu übertragen. Klar, ich kann auch einfach einen Text mit Profistimme vorlesen. Doch in Audioguides und Hörstationen steckt so viel mehr Potenzial! Darum schreibe ich sowas wie eine Partitur, aus der ein abwechslungsreicher Beitrag wird.
Diese maßgeschneiderten Audios sollen zum Ort und zum Publikum passen. Sie sollen zusätzliche Infos bieten, kombiniert mit Soundstimmungen, Originaltönen, spannenden Fakten. Die Zuhörenden sollen dranbleiben, mehr wissen wollen, Lust haben, zu Ende zu hören. Das Team vor Ort gibt den Input, mit meiner Hilfe entstehen Hörstorys zum Dranbleiben.
Mit allen Sinnen dabei
Beim Hören kann der Blick über die Landschaft schweifen. Zum Beispiel von einer Bank aus, die oben auf einem Berg steht. In unserem Rücken ist die schützende Mauer einer kleinen Kapelle, vor uns öffnet sich ein Tal, an dessen Grund sich ein kleiner Fluß schlängelt. Während wir der Erzählung lauschen, die frische Luft in der Nase haben, einen Käfer vorbeilaufen sehen, wird die Gegend auf eine ganz neue Art lebendig: mit Stimmen aus der Vergangenheit, dem Geräusch einer originalen Postkutsche, einer Geschichte über diesen speziellen Ort.
Die Grundlage bilden oft Interviews: mit Fachleuten, Zeitzeuginnen, Anwohnenden … Die Landwirtin erklärt, wie die Heuernte auf der Wiese läuft. Der alte Mann erzählt aus seiner Zeit als Kind. Die Restauratorin hat das Gemälde in seinen Ursprungszustand zurückversetzt und weiß darüber Details.
Diese Hörerlebnisse sind mehr als gewohnte Audioguides. Diese außergewöhnlichen Hörstücke nehmen das Publikum anders mit und vermitteln Wissen auf entspannte Art. Das funktioniert auf Wanderwegen, in Ausstellungen und Museen. Natürlich lässt sich auch eine Unternehmensgeschichte in Audiostationen präsentieren. Und (Da sind sie wieder!) in Podcasts passt das auch.