U-Bahn-Monolog

Protagonist: Ein schlaksiger Jugendlicher in Stonewashed Jeans-Karotte, mit billig wirkendem Graffitiaufdruck. Frisur, Brille und Kunstlederjacke ein Déja-vu der frühen 80er Jahre.
Ort: U-Bahn, zwei Stationen in einer eher einkommensschwachen Gegend Hamburgs.
Der Jugendliche steigt in die U-Bahn, und setzt sich, lautstark ein Telefongepräch führend, in die nächstbeste Bank.
Im Hintergrund sitzt eine Frau mittleren Alters (Komparsin), die mit einem Kugelschreiber etwas auf einen Zeitungsrand schreibt.

Wenn die die Spirale oder so einen Hormonring nehmen ist das ja sicher. “Mit” mag ich nicht so, aber mach ich auch. Ist halt sicherer.
Ich bin jetzt siebzehn, ich kenn mich echt aus. Also, ich hab schon mal hier und da. Erschreckend finde ich da die Mädchen. Denen ist das so egal. Die sagen dann “Ach, dieses eine Mal”. Ich sag dann immer: “Seid ihr behindert, oder was?” Ich versteh die echt nicht.
Nee, du weißt doch, wie ich ausseh. Na gut, ich kann mal eins machen lassen, ich schick’s dann auf dein Handy.

Jugendlicher steigt aus.

19. März 2009 von Britta Freith
Kategorien: In der U-Bahn | Schreibe einen Kommentar

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