Der Matadero in Madrid

Heute war ein Glückstag. Es war nur eine kleine Notiz im Reiseführer, die uns zum ehemaligen Schlachthof in Madrid brachte. Gerade rechtzeitig zum Público Design Fest. Der Matadero ist ein Zentrum für Kunst im südlichen Teil Madrids. Hier gibt es Kulturereignisse aller Art, von Theateraufführungen über Ausstellungen bis hin zu Kunstprojekten für Jedermann. Das Ziel ist, Kunst für alle erlebbar zu machen. Tagsüber toben Kinder über das Gelände, abends wird alles zum Kulturpalast.

Wird schon durch die nächtliche Beleuchtung zu zum optischen Genuss: der  Matadero.

Wird schon durch die nächtliche Beleuchtung zu zum optischen Genuss: der Matadero.

Heute jedenfalls war es voll, denn es gab Vorführungen von Künstlern, mindestens eine Vernissage, Vorträge… wir ließen uns treiben.

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Arbeitsräume und Bibliotheken gehören im Matadero offenbar dazu.

Arbeitsräume und Bibliotheken gehören im Matadero offenbar selbstverständlich dazu.

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Es gibt viele Projekte mit Kindern – mal wissenschaftlicher, mal philosophischer. Wobei Kunst und Wissenschaft ja viel enger zusammengehören, als viele Menschen glauben.

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Plastikflaschenpropellerauto.

Plastikflaschenpropellerauto.

Nur im Vorbeigehen gesehen, leider weiß ich den Namen des Künstlers nicht und auch nicht mehr über das Projekt. Es waren allerdings sehr viele Japaner bei seiner Demonstration dabei. Er hat Bonsais mit dünnem Kupferdraht umwickelt, als ich gerade vorbeikam. Wenn ich es richtig verstanden habe, war er ein Absolvent der Hochschule für Kunst und Design.

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Modestudien. Der Name der Künstlerin steht auf der Holzraute:

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Mein persönlicher Höhepunkt war die Ausstellung von Alicia Moneva. Wir haben vom Fleck weg zwei kleine Bilder gekauft. Anscheinend waren wir bei der Vernissage, wir bekamen Wein und Tapas in die Hand gedrückt und haben uns sehr gut unterhalten, denn zum Glück waren viele Deutschsprachige und sogar eine Hamburgerin vor Ort. Darum konnte ich auch mit Alicia sprechen – ich hatte ja eine spontane Dolmetscherin!

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Wir haben ein Bild aus dieser und aus dieser Serie mitgenommen. “en un mar de dudas” (In einem Meer des Zweifels) stellt verschiedene Stadien aus dem Verlauf einer Krebserkrankung dar, “On-Off” ist eine Auseinandersetzung mit Parkinson. Im Bild zu sehen ist der an Parkinson erkrankte Mann der Künstlerin.

Alicia Moneva arbeitet für diese Bilder mit Freunden und Familienmitgliedern, beschäftigt sich ausführlich mit dem jeweiligen Thema. Bis die endgültigen Bilder fertig sind, können Wochen vergehen. Die Kameraperspektive bleibt gleich, die Bildausschnitte montiert sie letztendlich zu einem großen Ganzen. Die Drucke auf Alumniumblech arbeitet sie am Ende mit Ölfarbe nach – dadurch bekommen die Fotos etwas Artifzielles. Wir haben uns allerdings für kleinere, unbearbeitete Fotos entschieden, die auf einen Kunststoffträger aufgezogen sind.

13. März 2015 von Britta Freith
Kategorien: Reisen, Rezeptionsbefehl | Schreibe einen Kommentar

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